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Tourengeher auf dem Berg, daneben ist ein Infoschild

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Breite Allianz für Pistentourengehen

Tourengehen boomt besonders unter Einheimischen und sorgt damit auf sowie abseits der Piste für Spannungsfelder. Das Tiroler Modell „Bergwelt Tirol – Miteinander Erleben“ sorgt für Ausgleich und einen landesweiten Schulterschluss.

„Das Tiroler Pistentourenmodell ,Sicher & Fair‘ beruht auf dem Gebot des gegenseitigen Respekts und der Fairness, damit der Sport konfliktfrei und gefahrlos ausgeübt werden kann“, erläutert Dieter Stöhr vom Land Tirol, Gruppe Forst. Eine zentrale Säule ist die Beschilderung von Pistentourenrouten, die eine Entflechtung von aufsteigenden SkitourengeherInnen und abfahrenden SkifahrerInnen gewährleisten soll. Die Ausarbeitung der Aufstiegsrouten und die Beschilderungsmaßnahmen werden im Rahmen des Programms „Bergwelt Tirol – Miteinander Erleben“ vom Land Tirol gefördert. 

Eine weitere Säule im Programm „Sicher & Fair“ sind Pistentourenabende, um auch all jenen die Möglichkeit zum sportlichen Ausgleich zu geben, die untertags keine Zeit dafür haben. An diesen ausgewählten Abenden erfolgt die Pistenpräparierung erst später, um eine sichere Sportausübung zu gewährleisten. 

Dass das Pistentourengehen in Tirol boomt, wurde zuletzt im Rahmen des 4. Tiroler Sportgipfel in St. Anton am Arlberg deutlich. Martin Schnitzer von der Universität Innsbruck präsentierte dabei eine von der Lebensraum Tirol Holding in Auftrag gegebene Studie: 51 Prozent der Befragten haben diese Sportart in den vergangenen fünf Jahren für sich entdeckt. 

Studie belegt Zahlungsbereitschaft 
Über die Hälfte der Befragten wäre bereit, für Parkplätze eine Gebühr zu entrichten. Fast 30 Prozent würden neben einer Parkplatzgebühr auch für die Pistennutzung zahlen. „Für eine kombinierte Parkplatz- und Pistennutzungsgebühr sind Preise in der Höhe zwischen fünf und zehn Euro vorstellbar“, so Schnitzer. 

Ein breiter Konsens und ein Interessensausgleich seien wesentlich, damit sich dieser Trendsport im Interesse der heimischen Bevölkerung entwickeln kann, ist auch Josef Margreiter, Geschäftsführer der Lebensraum Tirol Holding, überzeugt: „Die grundsätzliche Toleranz unserer SkigebietsbetreiberInnen und die wachsende Zahl von Skigebieten mit Pistentourenangeboten ist besonders erfreulich.“

Bergwelt Tirol – Miteinander Erleben

Das Programm „Bergwelt Tirol - Miteinander Erleben“ will Wege für eine naturnahe und konfliktfreie Nutzung des alpinen Raums aufzeigen. Der Schlüssel zum Erfolg des Programms ist die enge und konstruktive Zusammenarbeit des Landes Tirol, der Tirol Werbung, des Österreichischen Alpenvereins, der Landwirtschaftskammer, der Sparte Transport und Verkehr der Wirtschaftskammer Tirol, des Tiroler Jägerverbands und der Bergrettung Tirol. Um dem stark steigenden Trend des Pistentourengehens gerecht zu werden und Nutzungskonflikte zu vermeiden, haben sich mit der Saison 2021/22 bereits 14 Skigebiete im Tiroler Pistentourenmodell „Sicher & Fair“ zusammengefunden. Sie haben in Summe 35 Aufstiegsrouten entwickelt und beschildert: Axamer Lizum, Hochfügen, Hochzeiger, Innsbruck-Patscherkofel, Kitzbühel-Bichlalm, Kitzbühel-Gaisberg, Kitzbühel-Resterkogel, Kitzbühel-Schwarzkogel, Mutterer Alm, Pillersee-Buchensteinwand, Pitztaler Gletscher, Seefeld-Rosshütte, Serfaus-Fiss-Ladis und St. Johann in Tirol.

bergwelt-miteinander.at

Pistentourenlenkung: Qualität soll weiter ausgebaut werden

Interview mit Dieter Stöhr

Wie hat sich das Pistentourenmodell „Sicher & Fair“ entwickelt?

Das Land Tirol beschäftigt sich schon seit längerer Zeit mit dem Thema Pistentouren. Am Anfang ging es vor allem darum, eine Basis für das Tourengehen in den Skigebieten zu schaffen. Mit zunehmender Bedeutung des Sports haben wir das Programm erweitert und verbessert. Mittlerweile haben wir ein Leitsystem entwickelt und in einem Pistentourenhandbuch die wichtigsten Informationen rund um Schildertypen, Schwierigkeitsstufen und Haftungsfragen zusammengefasst. Die Leitsysteme werden von den Tourismusverbänden mit Unterstützung des Landes finanziert.

Welchen Mehrwert bietet die Initiative?

Das Pistentourenmodell „Sicher und Fair“ sorgt für ein gutes Miteinander: Es bietet einerseits einen Mehrwert für Tourengeher, weil ihnen klar signalisiert wird, dass sie willkommen sind und ihnen die ideale Linie geboten wird. Andererseits profitieren auch die Skigebiete: Sie leiten die Tourengeher dahin, wo es am besten passt und vermindern somit das Unfall- und auch das Haftungsrisiko.

Wie läuft die Zusammenarbeit mit den Skigebieten?

Die funktioniert immer besser. Seit es das Handbuch gibt, wird das Interesse immer größer. Derzeit haben wir 13 teilnehmende Skigebiete mit 35 Aufstiegslinien. Wir haben aber schon weitere Anträge auf dem Tisch liegen, das bestehende Angebot wird also in den nächsten Jahren wachsen.

Was habt ihr für die Zukunft des Programms geplant?

In Zukunft soll weiter an der Qualität der Lenkung gearbeitet werden. Die Skigebiete sind zwar Profis in der Beschilderung von Skipisten, bei Pistentouren fehlt aber oft noch die Erfahrung. Deshalb wollen wir hier in Zukunft Schulungen anbieten, um eine möglichst professionelle Beschilderung zu gewährleisten. 

Dieter Stöhr ist seit mehr als 25 Jahren in der Gruppe Forst im Amt der Tiroler Landesregierung tätig und zentral für das Programm „Bergwelt Tirol – Miteinander erleben“ verantwortlich. Im Interview erzählt er, wie sich das Pistentourenmodell mit zunehmender Bedeutung des Sports entwickelt hat und warum sowohl Sportler als auch Skigebiete davon profitieren.

Dieter Stöhr

Dieter Stöhr ist seit mehr als 25 Jahren in der Gruppe Forst im Amt der Tiroler Landesregierung tätig und zentral für das Programm „Bergwelt Tirol – Miteinander erleben“ verantwortlich. Im Interview erzählt er, wie sich das Pistentourenmodell mit zunehmender Bedeutung des Sports entwickelt hat und warum sowohl Sportler als auch Skigebiete davon profitieren.

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