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Die Geschichte des Tiroler Tourismus

Vom Hindernis zum Sehnsuchtsort: Die Berge sind seit jeher Tirols Wahrzeichen. Eingebettet zwischen Deutschland und Italien und nahe an der Schweiz, war das Land schon früh eine wichtige Station für Durchreisende. Davon zeugen die vielen jahrhundertealten Herbergen und Gasthöfe entlang der wichtigsten Verbindungswege. Im Laufe der Zeit wurde aus der Berglandschaft, die man auf Reisen mühsam überwinden musste, ein begehrtes Urlaubsziel. Heute ist Tirol mit seiner alpinen Natur Sehnsuchtsort für Menschen aus aller Welt. 

Zeitreise durch den Tiroler Tourismus

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Bildungsreisende entdecken Tirol und besuchen das Land, um mehr über dessen Natur, die Sitten und Gebräuche der Bewohner zu erfahren. Vor allem Engländer wollen die Landsleute des Freiheitskämpfers Andreas Hofer kennenlernen.
(Foto: Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum)

Um 1800
Lithographie Bildungsreisende

Die Sommerfrische zieht immer mehr Bürger während der heißen Sommermonate aus der Stadt zur Abkühlung in die Tiroler Bergwelt. Die ersten Reiseführer für Tirol erscheinen. Gleichzeitig entwickeln sich alte Tiroler Bauernbäder dank ihrer heilkräftigen Quellen zu international besuchten Kuranstalten.
(Foto: Sammlung Forcher, Innsbruck)

Mitte 
19. Jhd.
Ansichtskarte Bad Weitlanbrunn

Neben der Sommerfrische und dem Bäderwesen wird der Alpinismus zum zweiten touristischen Standbein. Der Ötztaler Pfarrer Franz Senn leistet Pionierarbeit bei der Erschließung der Tiroler Bergwelt durch Wege und Hütten. Die Eröffnung der Brennerbahn und der Bau anderer wichtigster Eisenbahnlinien (1867-1884) erleichtert die Anreise nach Tirol und treibt die touristische Entwicklung massiv voran. 
(Foto: Sammlung Forcher, Innsbruck)

1867 bis 1884
Bau der Brennerstraße

Um die Bedürfnisse der Reisenden besser zu erfüllen, beginnt sich die Tourismusbranche zu organisieren. Die ersten Verschönerungsvereine entstehen. Die ältesten gehen auf die Jahre um 1870 zurück. 1889 wird ein Landesverband aller touristischen Vereine und Einrichtungen gegründet, die Vorläuferorganisation der Tirol Werbung.
(Foto: Tiroler Landesarchiv, Innsbruck)

1889

Die Wintersaison wird für den Tourismus „entdeckt“. Ein gutes Dutzend Orte lädt zur Jahrhundertwende zu Aktivitäten wie Skilauf, Eislauf oder Rodelpartien. Allerdings gelingt es vor dem Ersten Weltkrieg nur wenigen Orten, diese zweite Saison zu einem bedeutenden Standbein auszubauen. Die wichtigsten Winterdestinationen sind Kitzbühel und St. Anton am Arlberg. Dort wird 1901 auch der erste Skiclub gegründet.
(Foto: Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum)

Um 1900
Altes Foto von einem Damenskirennen

Der Tourismus hat sich zu einem wichtigen Eckpfeiler für Tirols Volkswirtschaft entwickelt. Der Landtag trägt dieser Entwicklung Rechnung und erlässt ein Fremdenverkehrsgesetz, ein Novum in der Österreichisch-Ungarischen Monarchie. Darin sind die wichtigsten Fragen zum Fremdenverkehr und seiner Förderung geregelt.

1910

Der Ausbruch des Ersten Weltkriegs 1914 hat auch für den Tourismus verheerende Folgen. Für Tirol besonders fatal ist die Abtrennung des touristisch deutlich besser entwickelten südlichen Landesteils (Südtirol). Erst Mitte der 1920er Jahre kommt es wieder zu einer Normalisierung der Verhältnisse. 
(Foto: Sammlung Forcher Innsbruck)

1914 bis 1918
Altes Auto vor Südtirol

Ende der 1920er Jahre werden die ersten Seilbahnen errichtet: von Ehrwald auf die Zugspitze, von Kitzbühel auf den Hahnenkamm und von Innsbruck auf den Patscherkofel sowie auf das Hafelekar. Der Ausbau des Straßennetzes und die Eröffnung des Innsbrucker Flughafens treiben die touristische Entwicklung weiter an. Einen wesentlichen Anteil am Aufschwung des Fremdenverkehrs hat dabei die Wintersaison. Die ersten Skirennen, die Gründung von Skiclubs und Skischulen sowie die Erfolge heimischer Skirennläufer festigen den Ruf Tirols als Wintersportland. 
(Foto: Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum)

1920er
Altes Foto von der Hahnenkammbahn Kitzbühel

Zu Beginn der 1930er Jahre wird die touristische Aufwärtsentwicklung jäh gestoppt. Die Weltwirtschaftskrise steuert ihrem Höhepunkt entgegen. Doch es kommt noch schlimmer: Die nationalsozialistische Regierung in Deutschland erlässt eine Verordnung, wonach jeder Reichsdeutsche, der nach Österreich ausreisen will, eine Gebühr von 1.000 Reichsmark zahlen muss. Diese „1.000-Mark-Sperre“ bringt den Strom der Gäste aus Deutschland zum Erliegen.

1930er

Der Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich im Jahr 1938 bringt völlig neue Voraussetzungen: Plötzlich kommen deutsche Urlauber wieder in Scharen nach Tirol. Dies ist allerdings nur ein kurzes Aufflackern. Mit Ausbruch des Zweiten Weltkriegs 1939 versinkt Tirol im Schrecken und Elend dieser dunklen Zeit.
(Foto: Tiroler Landesarchiv Innsbruck)

1938 bis 1945
Zerbombte Hotels

Die 9. Olympischen Winterspiele finden 1964 in Innsbruck statt und tragen den Ruf Tirols als Wintersportland in die Welt hinaus. Nur zwölf Jahre später brennt das Olympische Feuer zum zweiten Mal in Innsbruck. Tirols Landeshauptstadt springt kurzfristig als Ersatzort für Denver ein. Diese Winterspiele gehen als „die einfachen Spiele“ in die Sportgeschichte ein, weil keine einzige Sportanlage neu errichtet werden muss.
(Foto: Sammlung Forcher Innsbruck)

1964 und 1976
Plakat Olympia 1976

Der Winter holt immer stärker auf: Die Zahl der Winternächtigungen (19,4 Mio.) ist erstmals annähernd gleich groß wie jene der Sommernächtigungen (19,5 Mio.).
(Foto: Wintersport Tirol AG Innsbruck)

1980er
Foto vom Skifahren in den 80ern

Das Strategiepapier „Der Neue Tiroler Weg“ enthält wegweisende Meilensteine für eine wettbewerbsfähige Weiterentwicklung des Tiroler Tourismus. Dazu zählt eine Strukturreform, welche die Basis zur Fusion von ehemals 254 Tourismusverbänden zu 34 regionalen Einheiten legt.
(Grafik: Tirol Werbung)

1997

Mit der Fußball-Europameisterschaft ist die drittgrößte Sportveranstaltung der Welt in Tirol zu Gast. Das Land nutzt das Event, um mit der Aktionsmarke Tirol:08 international aufzutreten. Zwei teilnehmende Mannschaften wählen Tirol als Quartier: Der spätere Europameister Spanien wohnt in Neustift (Stubaital), Tschechiens Nationalteam gastiert in Seefeld.
(Foto: Tirol Werbung)

2008

Im Tourismusjahr 2018/19 (1. November 2018 bis 31. Oktober 2019) verzeichnet Tirol 12,4 Millionen Ankünfte und 49,6 Millionen Übernachtungen. Beides sind neue Höchstwerte.

2019

Das Tourismusjahr 2019/20 startet vielversprechend. Aber dann sorgt die Corona-Pandemie weltweit für eine Zäsur. Die Tourismusbranche leidet besonders unter der Krise und verzeichnet - trotz verhältnismäßig guter Sommersaison - ein deutliches Minus bei Ankünften und Übernachtungen.

2020

Für einen tieferen Einblick und spannende Bilder aus der Historie empfehlen wir das Buch "Zu Gast im Herz der Alpen - Eine Bildgeschichte des Tourismus in Tirol" von Michael Forcher, erschienen im Haymon Verlag 2015.

Die Geschichte der Tirol Werbung GmbH

Mehr als 130 Jahre reicht die Geschichte der Tirol Werbung zurück: Einst als Fremdenverkehrsverein gegründet, kann die Landestourismusorganisation heute auf zahlreiche Meilensteine und Erfolgsgeschichten zurückblicken.