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"Für uns ist die Tiroler Lebensqualität oft zu selbstverständlich"


Tirol-Expertin mit neuen Aufgaben


Seit 13 Jahren arbeitet Ingrid Schneider schon in der Tirol Werbung, kürzlich hat sie den neuen Bereich "Geschäftsfelder" übernommen. Im Gespräch erzählt sie, warum sie Tirol nach so vielen Jahren immer noch nicht auswendig kennt und was Tagungen und Kino mit Sport und Nachhaltigkeit verbindet.

Dein Tätigkeitsbereich ist ja sehr vielfältig – der Bogen spannt sich von Filmproduktionen über Tagungen bis hin zu Sport und Nachhaltigkeit. Was vereint diese Geschäftsfelder und wie schaffst du es, alle unter einen „Hut“ zu bekommen?

In allen Geschäftsfelder geht es um die inhaltliche Positionierung und Profilierung Tirols. Sportland, Lebens- und Erholungsraum, Tagungsland und Filmland Tirol: Diese doch sehr unterschiedlichen Bereiche gilt es, konsequent weiterzuentwickeln. Auch wenn wir uns in vielen Themen schon sehr klar positioniert haben, müssen wir doch immer wieder nachschärfen und auf Trends und gesellschaftliche Entwicklungen reagieren. Gerade die aktuelle Coronakrise hat einmal mehr verdeutlicht, wie wichtig eine nachhaltige und resiliente Ausrichtung des Tiroler Tourismus und damit unserer Geschäftsfelder ist. Diese Weiterentwicklung schafft man nur gemeinsam mit einem starken Team.

Apropos gesellschaftliche Entwicklungen: Da erleben wir ja momentan einen starken Wandel. Welche Chancen ergeben sich daraus für deinen Bereich?

Durch die neuen gesellschaftlichen Trends gewinnen bestimmte Themen wie etwa Nachhaltigkeit, Gesundheit oder Klimaschutz mehr Bedeutung. Corona fungiert hier als zusätzlicher Katalysator. Das wirkt sich natürlich unmittelbar auf unsere Bereiche aus. Um vielleicht zwei konkrete Beispiele zu nennen: Im Themenfeld Mobilität ist es im Rahmen unseres Projekts „Tirol auf Schiene“ gelungen, einen tirolweiten Bahnhofshuttle zu implementieren und so die Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln noch attraktiver zu machen. Im Tagungsbereich bieten sogenannten „Green Meetings“ neue Chancen für Tirol.

Wo liegen die Herausforderungen in dieser Zeit?

Meiner Meinung nach ist es heute wichtiger denn je, Tirol ein klares inhaltliches Profil als Urlaubsland zu geben. Wir werden jeden Tag mit einer Vielzahl von Werbebotschaften konfrontiert, aus dieser „Austauschbarkeit“ gilt es herauszustechen. Gleichzeitig müssen wir aber auch das Miteinander im eigenen Land wieder stärken. Wir dürfen den Tourismus nicht als „losgelösten“ Zweig im Land betrachten, vielmehr sollen Lebens-, Erholungs- und Wirtschaftsraum ineinandergreifen. Tirol hat so viel zu bieten, sei es die Natur, das Sportangebot oder generell die Lebensqualität. Für uns ist das oft viel zu selbstverständlich.

Du arbeitest jetzt seit 13 Jahren in der Tirol Werbung. Als langjährige begeisterte Tirol Werberin: Gibt es da immer noch Neues zu entdecken oder kennst du Tirol mittlerweile in- und auswendig?

(lacht) Nein, auswendig kenne ich Tirol bestimmt nicht. Im Gegenteil: Es vergeht eigentlich keine Woche, ohne etwas Neues, Spannendes. Ich habe mich beruflich schon mit den unterschiedlichsten Themen befasst – von Radfahren über Ski Alpin bis hin zur Urlaubskommunikation, die ich in den letzten Jahren leiten durfte. In diesen 13 Jahren hat sich sehr viel getan – Social Media hat zum Beispiel in meiner Anfangszeit bei der Tirol Werbung noch gar keine Rolle gespielt. Aber auch wenn sich die Rahmenbedingungen in Sachen Kommunikation geändert haben, bleibt unsere Kernaufgabe die gleiche: Die Marke Tirol mit mit qualitätsvollen Angeboten Inhalten und Leistungsbeweisen aufzuladen, die wir gemeinsam mit unseren Partnern weiterentwickeln.

Du hast es bereits angesprochen: Bevor du den neuen Bereich Geschäftsfelder übernommen hast, warst du Teamleiterin von urlaub.tirol. Was hat sich seitdem für dich verändert?

Der Verantwortungsbereich ist größer und vielfältiger geworden. So durfte ich Bereiche wie Cine Tirol oder unser Convention Bureau Tirol noch näher kennenlernen, mit denen ich zuvor vergleichsweise weniger zu tun hatte. Es ist aber auch eine andere Art von Führung, weniger operativ und mehr strategisch. Was mir außerdem sehr gut gefällt: Ich habe in meinem Team einen ausgeglichenen Mix zwischen erfahrenen und neuen TeamleiterInnen. Durch die unterschiedlichen Sichtweisen ergänzen wir uns sehr gut und können voneinander profitieren.

Dass du so viele Jahre in der Tirol Werbung arbeitest, hat sicher einen Grund: was schätzt du an diesem Unternehmen besonders?

Mir gefällt es, dass ich die Möglichkeit habe, etwas zu bewirken und mitzugestalten. Da geht es nicht um einen Titel oder eine Funktion, sondern darum, etwas zu bewegen – das ist für mich der eigentliche Ansporn. Dazu kommt, dass ich die Menschen, die hier arbeiten, sehr schätze. Egal ob es im Unternehmen oder mit den verschiedenen Partnern wie Tourismusverbänden ist: Es herrscht immer ein wertschätzender und respektvoller Umgang miteinander.

Zum Schluss noch eine persönliche Frage: Wenn du dir ein Reiseziel in Tirol aussuchen könntest, welches wäre das und warum?

Ganz klar Osttirol! Da komme ich nämlich her (lacht).

Steckbrief

Name
Ingrid Schneider

Alter
39 Jahre

Wohnort
Innsbruck

Bei der Tirol Werbung
seit 2007

Hobbys
Skifahren, Mountainbiken, Wandern

Das mag ich an Tirol
Ganz klar die Berge

Aufgaben in der Tirol Werbung
Leitung des Bereichs Geschäftsfelder

Beim Mountainbiken in Italien.

Skifahren in der Heimat: Ingrid beim Skifahren in Sillian, Osttirol.

Ein Herz für Tirol: Ingrid (l.) beim Tirol Berg in Are 2019.

Ingrids Herz schlägt für die Berge: hier beim Wandern im Stubaital.