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Nachhaltigkeitskommunikation

Nachhaltigkeit entfaltet ihre Wirkung erst dann vollständig, wenn sie auch kommuniziert wird. Sie verbindet Akteur:innen, fördert den Wissenstransfer und kann dazu beitragen, nachhaltige Verhaltensweisen im Tourismus breiter zu verankern.

Für Tourismusbetriebe und Destinationen bedeutet das:

  • Maßnahmen sichtbar machen,
  • Fortschritte ehrlich darstellen und
  • offen über Herausforderungen sprechen.

Transparente Kommunikation schafft Vertrauen – bei Gästen, Partner:innen und der lokalen Bevölkerung – und ist damit ein wesentlicher Baustein für eine glaubwürdige und zukunftsfähige Nachhaltigkeitsstrategie. Gleichzeitig stärkt eine ehrliche Kommunikation die Positionierung als verantwortungsvolle Anbieter:innen, die den Anforderungen eines zukunftsorientierten Tourismus gerecht werden.

Zahlen, Fakten, messbare Ziele – konkrete, belegbare Aussagen sind der Grundbaustein einer authentischen Kommunikation. Wer klar benennt, was er oder sie tut, und das auch belegen kann, überzeugt nachhaltig. Dabei gilt es, unterschiedliche Zielgruppen im Blick zu behalten. Gäste, Mitarbeitende, Partner:innen und die lokale Bevölkerung bringen verschiedene Erwartungen und Wissensstände mit. Das bedeutet, dass Botschaften je nach Kanal und Kontext angepasst sein sollten, ohne die Grundaussage zu verwässern. 

Wichtig ist auch, Nachhaltigkeit als das zu kommunizieren, was sie ist: ein fortlaufender Prozess. Regelmäßige Updates, ehrliche Fortschrittsberichte und der offene Umgang mit Rückschlägen oder noch nicht Erreichtem zeugen von einer Haltung, die glaubwürdig ist.

Emotionen und Storytelling: Den stärksten Eindruck hinterlässt dabei die Geschichte dahinter. Menschen erinnern sich an Personen, Momente und Entscheidungen. Wenn Nachhaltigkeit erlebbar gemacht wird, werden Verbindungen geschaffen: zu Werten, zu den Menschen, die sie leben, und zu einer Zukunft, an der es sich lohnt mitzuwirken.

Die EmpCo-Richtlinie

Nachhaltigkeitskommunikation bietet viel Potenzial – und ebenso viel Verantwortung. Mehr zu versprechen als tatsächlich gehalten wird, zerstört nicht nur die Glaubwürdigkeit, sondern fällt unter Greenwashing. Besonders bei sogenannten Green Claims, also umweltbezogenen Aussagen wie „klimaneutral", „nachhaltig" oder „CO₂-kompensiert", ist Sorgfalt gefragt: Ohne ausreichende Belege sind diese Begriffe in der Kommunikation nicht nachvollziehbar.

Die EU hat diesen Missstand erkannt und mit der EmpCo-Richtlinie (Empowering Consumers Directive) einen klaren Rahmen gesetzt. Die 2024 in Kraft getretene Richtlinie stuft irreführende Umweltaussagen EU-weit als unlautere Geschäftspraktiken ein und tritt ab dem 27. September 2026 verbindlich in Kraft. Für Tourismusakteur:innen bedeutet das eine klare Erwartung: Nachhaltigkeitsleistungen müssen spezifisch, nachvollziehbar und belegbar sein. Das klingt zunächst nach Einschränkung – lässt sich aber auch anders lesen: als Einladung zu einer Kommunikation, die sich Vertrauen verdient.

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