Tirol Werbung

Wahrnehmung, Wertschöpfung, Wertschätzung


Der neue Tirol Werbung-Geschäftsführer Florian Phleps im Gespräch über seine neue Aufgabe, die Zukunft der Kommunikation und die drei „Ws“, die ihm besonders am Herzen liegen.

Seit Anfang des Jahres lenkt der Fieberbrunner Florian Phleps die Geschicke der Tirol Werbung. Er hat damit die Nachfolge von Langzeit-Chef Josef Margreiter angetreten, der seinerseits die neue Lebensraum Tirol Holding steuert. Diese vereint Standortagentur, Agrarmarketing und Tirol Werbung unter der Dachmarke Tirol. Bewährte Strukturen nutzen und dabei neue Wege gehen – mit diesem Vorhaben ist Florian Phleps in seine neue Aufgabe gestartet. Drei Schlagworte sind für ihn dabei von zentraler Bedeutung: Wahrnehmung, Wertschätzung und Wertschöpfung.

Herr Phleps, wie geht es Ihnen denn mit Ihrer neuen Aufgabe? Haben Sie sich schon gut eingelebt?

Ich habe das Glück, nicht komplettes Neuland zu betreten, immerhin war ich davor schon zwei Jahre als Prokurist in der Geschäftsleitung der Tirol Werbung tätig. Zudem konnte ich als Leiter des TVB Pillerseetal touristische Erfahrung auf Destinationsebene sammeln.

Ist seit Ihrer Übernahme alles beim Alten geblieben oder hat sich die Tirol Werbung inhaltlich neu aufgestellt?

Unser Haus ist gut aufgestellt. Wir haben viele Erfolgsmodelle in der Tirol Werbung, die sich bewährt haben. Diese möchte ich weiterhin fortsetzen. Gleichzeitig möchte ich aber die Tirol Werbung nach meinen Vorstellungen prägen und neue Wege beschreiten. Dafür werden wir uns in der Unternehmensstruktur weiterentwickeln.

Wo sehen Sie die größten Herausforderungen auf diesen Wegen?

Eine zentrale Herausforderung im Tourismus ist – wie auch in allen anderen Bereichen – die Digitalisierung. Sie hat das gesamte Kommunikations- und Medienumfeld unserer Gäste und somit auch das mediale Nutzungsverhalten verändert. Wir können Menschen heute direkter ansprechen. Deshalb setzen wir in Zukunft auf eine „360-Grad-Kommunikation“. Das bedeutet dynamische Kommunikation auf möglichst vielen verschiedenen Kanälen, eine hohe Social Media-Kompetenz und Fokus auf das Bewegtbild. Ich werde den Weg vom klassischen Marketingunternehmen zu einem digital versierten Kommunikationsunternehmen konsequent fortsetzen. Waren wir bisher auf Reichweite ausgerichtet, so geht es jetzt um die inhaltliche Relevanz, um damit Reichweite zu erzielen.

Als Nachfolger von Josef Margreiter treten Sie in große Fußstapfen. Wie legen Sie Ihre Tätigkeit an?

Wahrnehmung, Wertschätzung und Wertschöpfung. Diese drei zentralen Begriffe sollen unser aller Tun in nächster Zeit prägen. In puncto Wahrnehmung spielt unser weiterentwickeltes Kommunikationskonzept eine tragende Rolle. Mit der Organisation der Tirol Werbung in der Logik eines integrierten Medienhauses haben wir bereits begonnen, unser Unternehmen für zukünftige Herausforderungen zu rüsten.

Sie haben von Wertschätzung gesprochen. Was meinen Sie damit?

Die Gäste wissen unser Freizeitangebot, die Infrastruktur, Veranstaltungen oder die hohe Dienstleistungsqualität bereits seit Jahren zu schätzen. In Zukunft müssen wir uns gerade um die Wertschätzung der TirolerInnen verstärkt bemühen. Das geht nur miteinander. Denn am Ende eint uns alle die Liebe zum eigenen Land.

Bleibt also noch die Wertschöpfung. Mit welchen Maßnahmen wollen Sie zu deren Steigerung beitragen?

Für Wertschöpfung braucht es Selbstbewusstsein. Je verschwommener die Grenzen durch die fortschreitende Digitalisierung und Globalisierung werden, desto mehr gewinnen regionale Lebensräume an Wichtigkeit. Tirol kann sich als authentischer, alpiner Lebens- und Erholungsraum als Gegenwelt zu Technologisierung und Urbanisierung positionieren. Es geht uns hier nicht um „Mehr“ sondern ein „Besser“. Das bedeutet unter anderem, dass wir in Sachen Preis mehr Mut beweisen müssen. Qualität statt Quantität, wie es so schön heißt. Wenn wir uns dieser Tatsache stärker bewusst werden und auch die TirolerInnen auf diesen Weg mitnehmen, schaffen wir gemeinsam eine höhere Wertschöpfung – auch im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung.