Die Berge faszinieren Martin besonders an Tirol - seine Leidenschaft teilt er mit seinem Sohn.
Foto: privat

Bergfex und Familienmensch


Die Berge faszinieren Martin besonders an Tirol - seine Leidenschaft teilt er mit seinem Sohn.

Frischer Wind in den Unternehmensdienstleistungen


Den Oberländern sagt man ja mitunter nach, eher verschlossen und engstirnig zu sein. Diesem Klischee entspricht der "Tårreter" Martin Reiter allerdings gar nicht. Gesellig, freundlich und zielstrebig  bringt er frischen Wind in die Unternehmensdienstleistungen. Als damals quasi frisch von der Schulbank in die Tirol Werbung kam, hätte er sich wohl noch nicht gedacht, dass er irgendwann als Bereichsleiter und Prokurist enden wird. Wie es ihm damit geht, hat er im Interview verraten.

Du hast den Bereich Unternehmensdienstleistungen sukzessive von deinem Vorgänger Alois Thurner übernommen, seit 1.1.2020 leitest du die Unternehmensdienstleistungen offiziell. Wie geht es dir mit deiner neuen Herausforderung?

Soweit geht es mir sehr gut. Ich muss aber dazu sagen, dass es gerade in letzter Zeit schon eine große Herausforderung war. Denn auch wenn ich meine neue Aufgabe offiziell am Anfang des Jahres übernommen habe, war der tatsächliche Übergang erst Ende März, als Alois in Pension ging – und da waren wir coronabedingt schon alle im Home Office. Somit steht auch eine ordentliche Verabschiedung von Alois noch aus. Aber abgesehen davon ist es eine spannende, herausfordernde Arbeit, die ich sehr gerne mache.

Man kann schon sagen, dass du in große Fußstapfen trittst, Alois war immerhin so etwas wie ein Urgestein der Tirol Werbung. Was möchtest du denn anders machen als dein Vorgänger und was möchtest du so beibehalten?

Ich hatte eine relativ lange „Einlernungsphase“ und Alois hat mir bereits in dieser Zeit die Möglichkeit gegeben, meine eigenen Ideen und Vorstellungen einzubringen. So konnte ich auch beispielsweise auch beim neuen Budgetprozess meinen Input geben. Auch in Zukunft möchte ich zur Weiterentwicklung des Unternehmens beitragen und die Aufgaben auf meine Art neu angehen. Ich bin dabei auch in enger Abstimmung mit der Strategie- und Organisationsentwicklung. Diese Verknüpfung von Organisations- und Mitarbeiterentwicklung hat es in dieser Form auch davor ja noch nicht gegeben.

Du hast dir ja eine spannende Zeit für deine neue Aufgabe ausgesucht. Was denkst du – welche Auswirkungen wird die Corona-Situation auf das Unternehmen im Bezug auf Home-Office, Digitalisierung usw. haben?

Wir konnten auf jeden Fall aus dieser besonderen Situation lernen. Immerhin mussten wir alle Mitarbeiter vom einen auf den anderen Tag ins Home Office schicken. Ich hätte nie gedacht, dass das so reibungslos funktioniert. Wir haben gemerkt, dass man den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu 100% vertrauen kann, dass sie ihre Arbeit eigenverantwortlich erledigen – egal ob von zuhause aus oder in der Firma. Auch in Bezug auf die Digitalisierung gab es für uns einen Lerneffekt. Da haben wir definitiv noch Aufholbedarf in technischer Hinsicht. Ein großes Ziel für heuer lautet daher, die Tools für die interdisziplinäre Zusammenarbeit zu verbessern und uns in dieser Hinsicht für die Zukunft zu rüsten.

Stichwort Home Office: Die Tirol Werbung arbeitet momentan von zu Hause aus – auch die Führungskräfte. Wie ist deine Erfahrung damit?

Ich war ehrlicherweise überrascht, welche Vorteile das Arbeiten von zuhause aus mit sich bringt. Ich spare mir dadurch jeden Tag zwei Stunden pendeln. Die gewonnene Zeit investiere ich natürlich ausschließlich in die Arbeit (lacht). Aber im Ernst – mir sind in dieser Zeit wirklich auch die Vorteile des Home Offices bewusst geworden. Und ich glaube, dass es vielen Kollegen und Kolleginnen gleich ergangen ist. Wobei es aber auch sein kann, dass so mancher draufgekommen ist, dass Home Office eben nicht das Richtige für sie oder ihn ist.

Wie sah dein Weg vor der Tirol Werbung aus? Hättest du dir gedacht, dass du einmal in dieser Position landest?

Mein Weg vor der Tirol Werbung war relativ kurz: Volksschule, Hauptschule, HAK, Bundesheer und zack – war ich schon bei der Tirol Werbung (lacht). Ich habe mich damals als Buchhalter beworben, aber erst als ich dann angefangen habe, wurde mir bewusst, wie toll die Tirol Werbung eigentlich als Arbeitgeber ist. Dass ich dort lande, wo ich heute bin, hätte ich mir niemals gedacht. Ich glaube, das macht das Unternehmen so attraktiv: Die Chance, sich zu weiterzuentwickeln – in meinem Fall vom Buchhalter zum Bereichsleiter und Prokuristen.

War das immer schon dein Berufswunsch?

Nun, meine Mama war Buchhalterin, mein Papa war Buchhalter – also war wohl klar, dass ich auch irgendwann in ihre Fußstapfen trete (lacht).

Was hat sich für dich verändert, seit du die Bereichsführung übernommen hast? 

Es war schon herausfordernd, im Team als Führungskraft einberufen zu werden, aber eigentlich funktioniert es sehr gut. Alois hat den Nachfolgeprozess – wie immer – sehr gut geleitet. Es wurde schon früh kommuniziert, dass ich an seine Stelle trete und dementsprechend war ich auch immer eingebunden. Natürlich kann ich immer wieder etwas dazulernen und das möchte ich auch, aber alles in allem funktioniert es sehr gut.

Einen Teil deiner Tätigkeit macht das Personalmanagement aus: Worauf kommt es für dich bei Bewerbungsgesprächen an? 

Neben dem fachlichen Aspekt ist mir besonders die Persönlichkeit wichtig. Ich schaue immer, wie gut der Bewerber bzw. die Bewerberin zum Unternehmen und unserer Kultur passt und ob das Herz für Tirol schlägt. Deshalb ist mir auch das Hearing so wichtig, wo ich die Menschen dann persönlich kennenlerne.

Kann man das wirklich nach einem bzw. zwei Bewerbungsgesprächen schon sagen?

Ja. Eigentlich kann man das sogar schon sagen, wenn man den Kandidaten bzw. der Kandidatin im Tirol Shop abholt, und sich bis zu den Besprechungsräumen mit ihm bzw. ihr unterhält. In dieser ungezwungenen Atmosphäre erhält man einen guten ersten Eindruck von seinem Gegenüber.

Wenn du an die nächsten Monate bzw. Jahre denkst – wo liegen da deine Herausforderungen in deinem Bereich?

Eine große Herausforderung ist sicher, in Sachen Personalmanagement am Puls der Zeit zu bleiben. Wir befinden uns in einer „neuen Arbeitswelt“ und auf uns wartet eine neue Generation an Bewerbern und Bewerberinnen, die Generation Z. Wir müssen also für ihre Ansprüche und Anforderungen gewappnet sein. Dazu kommen natürlich auch die Finanzen, die immer gesichert sein müssen.

Zum Schluss noch eine ganz andere Frage: Wenn du jemanden ein Reiseziel in Tirol empfehlen müsstest: welches würdest du ganz spontan wählen?

(überlegt). Das Gurgltal. Es ist vielleicht nicht das erste Reiseziel in Tirol, aber unter unserer Ortsteil-Tafel hängt ein Schild, auf dem steht: „Erholungsort“. Ich finde, das trifft es sehr gut – es ist der richtige Platz zum Entschleunigen.

Steckbrief

Name
Martin Reiter

Alter
37 Jahre

Wohnort
Tarrenz

Bei der Tirol Werbung
seit 2004

Hobbys
gemeinsame Zeit mit der Familie, Mitglied bei Musikkapelle Tarrenz und Altherren FC Tarrenz, Ski fahren, Rad fahren

Das mag ich an Tirol
die Menschen, die Berge, die Tradition, die Natur

Aufgaben in der Tirol Werbung
Leitung der Unternehmensdienstleistungen (Personal, IT, Finanzen, Logistik & Infrastruktur), Prokura, Bündelung der Synergien mit der Lebensraum Tirol Gruppe

Der Rasen muss passen


Auch wenn Martin beruflich viel im Einsatz ist - Zeit für den Garten muss sein. Sein Sohn hilft schon tatkräftig mit.

Auszeit in den Bergen


Skifahren gehört zu Martins Lieblingshobbys - aber auch im Sommer ist er gerne in den Bergen unterwegs.

Vom Berufseinsteiger...


Dieses Foto ist schon etwas älter: Mittlerweile arbeitet Martin seit fast 16 Jahren bei der Tirol Werbung.

...zum Aufsteiger


Heuer hat er die Bereichsleitung der Unternehmensdienstleistungen übernommen und freut sich über die neue Herausforderung.