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Bahnbegeisterte Bald-Pensionistin 

Katleen Johne, Mobilität und Tourismusbewusstsein

Katleen Johne kennt jede:r im Tirol Haus und auch in den Tourismusverbänden kommt man an der engagierten Frau kaum vorbei. Kaum zu glauben, dass der Wirbelwind heuer schon in Pension geht. Bevor es aber soweit ist, hat uns die Mobilitäts-Expertin noch ein Interview gegeben und erklärt, warum sie in den letzten 27 Jahren als Tirol Werberin eigentlich fünf Jobs hatte, warum Strategie-Arbeit nicht so ihres ist und warum sie im Bekanntenkreis als "nachhaltiger Mobilitäts-Fan" gilt. Die Tirol Werbung - ihr zweites Zuhause - wird sie jedenfalls vermissen, sie freut sich aber, der Seele und nicht mehr dem Terminplan zu folgen.

Katleen Johne

Katleen Johne

Wohnort: Patsch

  • Name

    Katleen Johne

  • Alter 

    59 Jahre

  • Hobbys

    Basteln, Dekorieren, Ebike, Skifahren, Spieleabende, Kochen, Garteln

  • Das mag ich an Tirol

    gute Luft, die Konturen der Berge, den Rahmen, den die Berge geben, den Ausblick, die Sonnenuntergänge 

  • Bei der Tirol Werbung seit

    1995

  • Aufgaben

    zuständig für die Themen Mobilität und Tourismusbewusstsein

Katleen Johne

Katleen Johne

Wohnort: Patsch

  • Name

    Katleen Johne

  • Alter 

    59 Jahre

  • Hobbys

    Basteln, Dekorieren, Ebike, Skifahren, Spieleabende, Kochen, Garteln

  • Das mag ich an Tirol

    gute Luft, die Konturen der Berge, den Rahmen, den die Berge geben, den Ausblick, die Sonnenuntergänge 

  • Bei der Tirol Werbung seit

    1995

  • Aufgaben

    zuständig für die Themen Mobilität und Tourismusbewusstsein

Du bist seit 27 Jahren in der Tirol Werbung. Die Erfahrung hat gezeigt, dass langjährige Tirol Werber:innen meistens nicht an einer Stelle geblieben sind. Wie war das bei dir?

Ich habe eigentlich schon fünf Jobs in der Tirol Werbung ausgeübt. Angefangen habe ich im Familientourismus, dann war ich im Qualitäts-Bereich tätig. Anschließend habe ich mich mit dem Thema Snowboard beschäftigt und war auch hier für das Qualitätsmanagement und die Gütesiegel zuständig. Eine Zeitlang war ich sogar für den französischen Markt zuständig – eigentlich interimistisch, daraus wurde dann aber ein Jahr. Dann kam der Naturtourismus und ab 2012 dann die Mobilität. Zusätzlich war ich auch lange für das Tourismusnetzwerk zuständig – also für alle Stakeholder mit Tourismusbezug. Ebenso war ich lange Zeit für die Organisation des Tourismusforums, der Marketing Days und der Regionalfahrten zuständig.

Es wurde also nie langweilig?

Nein. Wenn ich jemanden sage, dass ich 27 Jahre hier tätig bin, klingt das immer erst etwas langweilig. Das war es aber nie, weil es immer neue Herausforderungen, neue Gruppen, neue Leute und damit auch neue Bedürfnisse gab. Ich bin jeden Tag gerne in die Arbeit gegangen. Ich fand es auch immer interessant, wie andere arbeiten. Man lebt ja in seiner eigenen Bubble und so hatte ich die Gelegenheit, Schnittstellen zu anderen Bubbles zu erfahren. Das dient dem gegenseitigen Verständnis. Man findet gemeinsame Anliegen und daraus entstehen die besten Ideen.

Wie würdest du denn deine Art zu arbeiten beschreiben – wie gehst du die Dinge an?

Ich mag es, wenn etwas rauskommt. Große Strategie-Arbeit ist nicht das meine – ich will nicht nur am Reißbrett planen. Ich muss raus, unter die Leute und ins Tun kommen. Ein bis zwei strategische Ziele haben mir immer gereicht, das habe ich dann auch gerne mitgetragen. Im Gang des Tirol Hauses haben wir unser Leitbild hängen, darauf steht „Wir sind begeisterte Botschafter Tirols“. Das hat mir immer Orientierung gegeben – einerseits für meine intrinsische Motivation, andererseits für meine Arbeit nach außen.

Du hast es bereits angesprochen, du bist seit 2012 für das Thema Mobilität zuständig. Wie kam es dazu?

Michael Brandl (ehem. Prokurist der Tirol Werbung, Anm.), hat das Thema damals von der ITB (Internationale Reisemesse, Anm.) mitgebracht. Er wurde dort von Partnern der ÖBB und Deutschen Bahn darauf angesprochen, dass es viele tolle Bahnverbindungen gibt, die im Tourismus noch gar nicht kommuniziert werden. Darin hat er ein Potenzial erkannt und hat mir den Auftrag gegeben, mich darum zu kümmern. Im Oktober 2012 fand dann die erste Sitzung mit den Partnern statt, da ist dann das Projekt „Tirol auf Schiene“ entstanden. Heuer feiern wir unser zehnjähriges Jubiläum.

Katleen Johne mit Freunden
Normalerweise ist Katleen am liebsten mit der Bahn unterwegs - hier gings auf die Gampe Thaya, Katleens Lieblings-Skiort. © privat

Konntest du dich von Anfang an mit diesem Thema identifizieren?

Im ersten Moment war ich ehrlich gesagt ziemlich erschüttert über das Thema „Verkehr“ (lacht). Aber in dem Moment, als ich die touristische Relevanz erkannt habe, war ich begeistert. Das war der Moment, in dem mir bewusst wurde, dass es eine Zielgruppe gibt, die mit der Bahn und nicht mit dem Auto anreist. In Europa leben 60% der  Menschen in Städten mit mehr als 100.000 Einwohner. Diese haben andere Bedürfnisse und sind es gewohnt, dass sie öffentliche Mobilität zur Verfügung haben und ohne Auto am Weg sind. 30-40% besitzen gar kein eigenes Auto. Das ist ein Riesen-Potenzial, das hat mir Spaß gemacht, weil ich wusste: Da können wir etwas erreichen. 2013 haben wir dann mit den Reisezeitenkarten begonnen und da hat man dann schön gesehen, wie viele Linien bereits nach Tirol, ins Herz der Alpen führen – so gut erreichbar sind wir.

Ihr habt ja im Rahmen des Projekts „Tirol auf Schiene“ bereits viel erreicht – unter anderem den Ausbau der Fernverkehrshalte, neue Verbindungen vor Ort oder neue Produkte wie die Nightjet-Kombitickets. Was ist dein Erfolgsrezept?

Ich habe immer auch sehr stark nach innen gearbeitet, mit den Tourismusverbänden geredet und ihnen bewusst gemacht, welchen Vorteil die öffentliche Anreise bietet. Heute nehmen viele von ihnen das Thema mit. Trotzdem muss man immer wieder neu darauf hinweisen, weil neue junge Leute dazukommen. Auch die führe ich dann wieder in das Thema ein, das hört nicht auf. Ich bin überzeugt, dass ich als Sender einer Botschaft auch dafür verantwortlich bin, dass die Botschaft ankommt. Nur ein Mail zu schreiben reicht nicht, das war immer mein Zugang.

Reist du privat auch gerne und viel mit der Bahn?

Ja, ich bin zur begeisterten Zugfahrerin geworden. Ich bin auch nie mehr geflogen. Außerdem habe ich das Jobticket, auch wenn ich noch manchmal mit dem Auto nach Innsbruck gefahren bin.

Wirst du im Freundes- und Bekanntenkreis auch als Mobilitätsexpertin wahrgenommen?

Ja, ich habe nämlich immer zum Thema Bahn was zu sagen. Und seit neuestem fahren mein Mann und ich auch einen Tesla, jetzt sind wir in unserem Bekanntenkreis die nachhaltigen Mobilitätsfans (lacht).

Nach 27 Jahren in der Tirol Werbung – was wirst du am meisten vermissen?

Ganz klar die Leute. Die Unternehmenskultur, der wertschätzende Umgang miteinander. Aber auch die Weihnachtsfeiern, die Wander- und Skitage – das alles war sehr verbindend. Die Tirol Werbung ist zu einer großen Familie geworden, quasi meine zweite Heimat.

Früher war es noch der Arbeitsplatz, der sehr identitätsstiftend war und den ich mir auch entsprechend eingerichtet habe. Jetzt haben wir ja – dank Home Office – gelernt, mobil zu sein. Das war ein Loslöseprozess, aber ich bin sehr dankbar, dass ich den noch mitmachen durfte. Es hat mir gezeigt, dass Zugehörigkeit nicht an materiellen Dingen festgemacht ist.

 

Katleen Johne, Verkleidung
Fröhlich, gut gelaunt und für jeden Spaß zu haben - so kennt man Katleen auch im Tirol Haus. © privat

Wenn du auf deine Tätigkeit bei der Tirol Werbung zurückblickst: Was würdest du im Nachhinein anders machen?

Ich bin draufgekommen, wie wichtig es ist, Dinge vorher verbindlich abzuklären. Lieber einmal länger abklären, auch wenn ich immer lieber gleich ins Tun gekommen bin. Ich bin eher ein Typ, der gerne alles zerreißen möchte (lacht).

Und ich würde einen teamorientierteren Zugang wählen. Ich war immer sehr stark eine Einzelkämpferin, die alles selber macht. Ich würde heute mehr weitergeben. Gerade Praktikanten habe ich oft wenig Freiraum gelassen, das würde ich heute anders machen.

Hattest du je den Gedanken zu wechseln?

Nein, den hatte ich nie. Natürlich bin ich immer mal wieder gefragt worden und habe mich damit auch beschäftigt. Aber ich wusste, dass ich hier am besten aufgehoben war und hier meinen größten Beitrag leisten kann.

Worauf freust du dich denn in der Pension am meisten?

Ich freue mich darauf, Montag bis Freitag einen leeren Terminkalender zu haben und nicht verplant zu sein. Einfach mal am Dienstag Vormittag um 10 Uhr einen Kaffee trinken zu gehen (lacht). Ich freue mich auf Zeit mit meinen Enkeln und Ausflüge mit meinem Mann. Wir haben noch einige Kurzreisen nach Deutschland geplant. Außerdem liefere ich gemeinsam mit meinem Mann die Gemüsekiste aus, wir unterstützen derzeit eine afghanische Familie und ich bin im Vorstand des Vinzenzvereins. Und ich habe mir vorgenommen, jeden Tag eine Stunde lang zu Fuß zu gehen. Ich möchte der Seele folgen und nicht dem Terminkalender.

Was würdest du jungen Kolleg:innen bzw. jenen mit auf den Weg geben, die ihren Weg in der Tirol Werbung gerade erst starten?

Dass es wichtig ist, in die Tiefe zu schauen. Sich gut mit dem Tourismus vertraut zu machen, die Regionen und Gemeinden zu kennen und „weiße Flecken“ in Tirol zu entfernen. Heutzutage ist viel oberflächlich, aber als Tirol Werber sollte man den Anspruch haben, das Land zu kennen.

Ich würde mir ganz generell auch mehr Wertschätzung dem Tiroler Tourismus gegenüber und für das, was aufgebaut wurde, wünschen. Menschen sind heute oft sehr schnell kritisch, ohne etwas zu hinterfragen oder sich eine eigene Meinung zu bilden. Tirol Werber sollten die Qualität haben, in der Oberflächlichkeit ein Stück weit mitzugehen, aber dann auch ein fundiertes Statement mit guten Hintergrundkenntnissen abzugeben.

Wenn du deine Zeit in der TW mit einem Wort beschreiben müsstest – welches wäre das?

Großartig.

Katleen Johne mit Mann
Nach 27 Jahren in der Tirol Werbung freut sich Katleen auf viel gemeinsame Zeit mit ihrem Mann. © privat
Katleen Johne, Skifahren
Auch für gemeinsame Hobbys wie Skifahren ist dann wieder mehr Zeit. © privat
Katleen Johne, basteln
Fröhliche Markenbotschafterin: Katleen wird im Tirol Haus auf jeden Fall fehlen!

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