Claudia Pichler, Surfen

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Energiebündel und stolze Tirol-Shop-Mama

Claudia Pichler, Leiterin Tirol Shop Vertriebs GmbH

Es klingt fast wie der amerikanische Traum: Von der Kellnerin zur Shopleiterin. Aber diese Geschichte findet in Tirol statt und Claudia Pichler ist die Protagonistin. Auch wenn sie eigentlich nur durch einen puren Zufall in diesem Job gelandet ist, brennt sie nach 20 Jahren immer noch für den Tirol Shop und ihre Mädels. Wie aus der kleinen Boutique ein Shop mit über 500 Produkten geworden ist und was es mit der Erfolgsge­schichte der Starmütze auf sich hat, erzählt sie uns im Interview. 

Claudia Pichler

Claudia Pichler

Wohnort: Axams (und Malcesine)

  • Name

    Claudia Pichler

  • Alter 

    45 Jahre

  • Bei der Tirol Werbung seit

    2001

  • Hobbys

    Skifahren, Rennradfahren und Windsurfen

  • Das mag ich an Tirol

    die zentrale Lage, die Berge, die uns von allen Himmelsrichtungen umgeben und behüten

  • Aufgaben in der Tirol Werbung

    Geschäftsführung Tirol Shop Vertriebs GmbH

Claudia Pichler

Claudia Pichler

Wohnort: Axams (und Malcesine)

  • Name

    Claudia Pichler

  • Alter 

    45 Jahre

  • Bei der Tirol Werbung seit

    2001

  • Hobbys

    Skifahren, Rennradfahren und Windsurfen

  • Das mag ich an Tirol

    die zentrale Lage, die Berge, die uns von allen Himmelsrichtungen umgeben und behüten

  • Aufgaben in der Tirol Werbung

    Geschäftsführung Tirol Shop Vertriebs GmbH

Seit wie vielen Jahren leitest du jetzt den Tirol Shop?
Ich bin seit zehn Jahren Geschäfts­führerin, war aber davor schon zehn Jahre im Shop tätig. Wir haben den ersten Tag aufgesperrt und ich war vom ersten Tag an mit dabei. Wie es dazu gekommen ist, ist eigentlich auch eine witzige Geschichte.

Bitte erzähl!
Nun, zuerst habe ich Dolmetsch studiert, dann die Ausbildung zum Fremdenführer gemacht und habe dann in der Gastro gearbeitet. Das war aber nie das Richtige für mich. Bei meiner Arbeit im ehemaligen Altstadtstüberl hatte ich ganz eine nette Chefin, die hat das auch gewusst. Und eines Tages kam Josef Margreiter zu uns, zu einem Arbeitsessen. Da hat mir die Chefin diesen Tisch überlassen und als Josef zahlen wollte, hat sie zu ihm gesagt: „Schau, die Claudia, das wär ganz ein nettes, hübsches Mädel. Könntest‘ die nicht irgendwo in der Tirol Werbung brauchen?“ Und er hat geantwortet: „Wir öffnen demnächst einen Shop, wär‘ das nicht was für dich?“  Und so bin ich im Tirol Shop gelandet. Zum Vorstellungs­gespräch bin ich dann übrigens im Dirndl gegangen (lacht).

Wie kann man sich den Tirol Shop im Jahr 2001 denn ungefähr vorstellen?
Ganz anders (lacht). Da gab es eine riesige Empfangshalle, ein tolles Sofa und eine Rezeption. Und ganz klein, ganz boutiqig war da dann ein Bereich mit insgesamt sechs Produkten: ein Rucksack, die Starmütze, der ÖSV-Rolli, ein Pin, ein Schlüssel­anhänger und eine Schildkappe. Und mittlerweile haben wir über 500 Produkte!

Wie ist denn die Idee mit dem Tirol Shop eigentlich entstanden?
Das ist keine Idee von mir. Josef Margreiter und Robert Trasser hatten vorher schon die Idee, Produkte als Kommunika­ti­onsmittel einzusetzen. Das ist auch ganz eng mit der Geschichte der STAR-Mütze verbunden…

Die da wäre?
Ja, also Ende der 90er ist ja das Snowboarden so richtig gekommen. Die Tirol Werbung hat damals „Beanies“, also kleine Kappen, als Gütesiegel für snowboard­freundliche Skigebiete vergeben. Das waren dann quasi schon kleine Starmützen. Außerdem wurden zu Marketingzwecken tausende dieser Starmützen an die Snowboard-Szene verschenkt und die haben sie natürlich alle gern getragen. Und damit brach der Hype um die Starmützen aus. Der hält übrigens bis heute an. Unser Hersteller in Bayern, der für zahlreiche Marken produziert hat gesagt, er habe noch nie so viele Stück von einem Modell hergestellt!

Claudia Pichler, Produktion Portugal

Man merkt es dir an: Du brennst nach wie vor für den Tirol Shop!
Ja, ich brenne immer noch voll dafür. Der Tirol Shop ist mein Baby und wenn ich etwas mache, dann gebe ich immer 100 Prozent. Wenn mich jemand fragt, warum ich keine Kinder habe, sage ich immer: Der Tirol Shop ist mein Kind. Er hat ja auch alle Phasen durchgemacht: von Kinderkrankheiten über Zickereien in der Pubertät und ist sogar „Mama“ geworden, mit dem zweiten Standort am Burggraben. Jetzt ist er 20 und aus dem Gröbsten heraus (lacht).

Ihr seid ja ein reines Mädels-Team. Wie kommt’s?
Stimmt (lacht). Insgesamt hatten wir nur zwei Männer bei uns im Tirol Shop. Es sind aber auch 90% der Bewerber*innen weiblich. Ich bin aber unglaublich stolz auch meine zehn Mädels. Wir sind alle so unterschiedlich und trotzdem passt es so gut. Da gibt es keine Stutenbissigkeit oder Zickenterror, obwohl wir so eng zusammen­arbeiten. Ich glaube, diese Zusammen­ge­hörigkeit und der respektvolle Umgang – wie er aber überall in der Tirol Werbung gelebt wird – zeichnet uns aus. Ich liebe sie heiß (lacht).

Was unterscheidet euch denn von anderen Bekleidungs-Geschäften?
Unsere Arbeit ist so abwechslungsreich, da ist kein Tag, keine Saison gleich. Jeder hat so viele Aufgaben – wir übernehmen von der Idee über das Design bis hin zum Produktkatalog alles. Wir haben immer wieder neue Lieferanten, neue Kollektionen – das ist einfach eine Herzensan­ge­legenheit.

Claudia Pichler, Shooting, Schwarz Weiß

Aber gerade das letzte Jahr war eine besondere Herausforderung für euch – Stichwort Corona. Wie hast du diese Zeit erlebt?
Der erste Lockdown war volle heftig, der hat uns so kalt erwischt, wir haben gar nicht gewusst, was passiert. Das war eine unruhige Zeit, da sind sicher auch Fehler passiert, auch von meiner Seite, aus Hilflosigkeit. Dann hat sich das aber eingependelt und bei den folgenden Lockdowns sind wir im Team anders damit umgegangen. Wir haben umgeschichtet und uns die Arbeit besser aufgeteilt, damit jeder zum Arbeiten kommt. Wir haben uns immer etwas einfallen lassen, mit dem Online Shop, Click & Collect und einem Film statt der Messe. Wir sind halt Stehaufmännchen, wir lassen uns nicht unterkriegen. Aber seit Jänner macht sich jetzt schon ein Frust breit, es wird Zeit, dass wir wieder aufsperren können.

Wie hat sich das auf die Zusammenarbeit mit den Partnern ausgewirkt?
Alle 50 Partner haben uns die Stange gehalten – das macht uns wirklich dankbar und demütig. Den respektvollen und freundlichen Umgang, den ich davor angesprochen habe, pflegen wir auch mit unseren Händlern. Das ist Handschlag­qualität.

Stichwort online. Corona hat dem Internetshop natürlich einen ordentlichen Aufschwung verpasst. War das auch davor schon spürbar?
Durch Corona hat sich der Anteil am Gesamtumsatz verdoppelt, aber insgesamt bleibt unser Hauptgeschäft schon stationär. Die meisten wollen ja bei uns einkaufen gehen, es sind die meisten ohnehin Einheimische. Die kommen zum Ratschen, das ist ein Lebensgefühl, etwas Besonderes. Wir haben auch einen sehr hohen Stammkun­denanteil, das hebt uns von den anderen ab, der freundliche und herzliche Umgang.

Wie sehen denn eure Stammkunden aus? Wer ist der Tirol-Shop-Kunde?
Da ist alles dabei, von 25 aufwärts bis 55, heimatverbundene Sportler, Junge und Junggebliebene. Vor allem sind es aber nicht die Touristen, sondern die Einheimischen. Studenten allerdings nicht, der Tirol Shop ist ja doch eher teurer (lacht). Aber das ist auch unsere Philosophie: Wir bestellen in kleinen Mengen, lassen nachhaltig produzieren und das kostet natürlich. Damit haben wir aber schon oft zu kämpfen: Die Leute wollen zwar „Marke Tirol“ aus Tirol und Qualität, sind aber nicht bereit, den Preis dafür zu zahlen. Da müssen wir Bewusstsein schaffen, meistens gibt es hier viel Erklärungsbedarf.

Du hast es angesprochen: Ihr verkauft Produkte Marke Tirol. Was bedeutet diese Marke für dich?
(überlegt). Ich würde sagen, Heimat. Und Sport. Und Kraft – die Marke gibt mir Kraft und ist für mich gleichzeitig ein Kraftplatz. Ich habe die Hälfte meines Lebens mit dieser Marke verbracht, sie ist wie Familie. Das ist Verbundenheit.

Wie ist das, wenn man immer wieder Menschen mit den Kleidungsstücken Marke Tirol sieht?
Da geht mir das Herz auf! Meistens fotografiere ich es auch sofort und schicke es den Mädels (lacht). Das ist das Schöne an diesem Beruf – wir erhalten sofort die Bestätigung, bekommen sofort ein Feedback – gutes und schlechtes!

Hand auf’s Herz: Wie viel Prozent deines Kleiderschranks nehmen Tirol Accessoires ein?
Zirka 70 Prozent, würde ich sagen (lacht).

Wer dich kennt, weiß, du sprühst immer vor Energie. Woher nimmst du diese Energie? Wo kannst du sie wieder auftanken?
Ich bin zwar in der Arbeit immer voller Energie, aber zuhause bin ich eigentlich anders, da habe ich lieber meine Ruhe. Wahrscheinlich, weil die ganze Energie schon aufgebraucht ist (lacht). Da bin ich am liebsten mit meinem Mann Gerald zuhause oder unterwegs. Beim Windsurfen kann ich besonders gut abschalten, beim Rennradfahren auspowern. Ich habe auch nicht viele Freunde, aber die, die ich habe, habe ich seit Jahrzehnten. Ich gehe lieber mit einem befreundeten Paar aus und habe dann richtige Gespräche, anstatt einen Raum voller Leute mit oberflächlichem Gerede.

Und zum Schluss noch die Frage, die kommen musste: Was ist dein absolutes Lieblingsstück Marke Tirol?
(überlegt). Ich glaube, die Radtrikots. Da freu‘ ich mich jetzt schon wieder auf das neue Modell!

Claudia Pichler, Photoshooting, Haus der Musik
© privat
Claudia Pichler, Hochzeit, Gardasee
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Claudia Pichler, Kind, Dirndl
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Claudia Pichler, Team, Tirol Shop
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Claudia Pichler, Skifahren, Partner
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