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02.08.2010
Ausmisten, Tiere versorgen, Heu wenden - Urlaub klingt eigentlich anders. Für die Berlinerin Katrin Aue und knapp 50 andere Freiwillige auf Tirols Bergbauernhöfen ist Urlaub aber genau das. Mitanpacken und erleben, wie das Leben auf einem Bergbauernhof aussieht.
Der Arbeitstag beginnt früh: Um halb sieben klingelt der Wecker, dann verlässt Katrin Aue ihre Almhütte weit oberhalb von Aschau im Zillertal und macht sich an die Arbeit. Ihre Chefin, Anna Kirchmair, ist um diese Zeit schon zum ersten Mal wieder müde - sie ist bereits seit halb vier Uhr morgens auf den Beinen. „Ich darf ein bisschen länger schlafen, schließlich ist das mein Urlaub", scherzt Katrin Aue. Urlaub? Der sieht normalerweise anders aus: Doch anstatt zu wandern, biken oder schwimmen zu gehen, ist derzeit Heu wenden angesagt. Das Wetter ist perfekt und das muss ausgenutzt werden. „Außerdem müssen die Tiere versorgt werden und im Haus gibt es auch immer etwas zu tun", erzählt Katrin.

Die Berlinerin strahlt, wenn sie von ihrem Urlaubs-Arbeitstag erzählt. Für Heugabeln statt Sonnenschirm hat sie sich freiwillig entschieden - und hilft auf dem Hof und der Alm von Anna und Alfred Kirchmair in Aschau im Zillertal nun unentgeltlich mit. 14 Tage bleibt sie, Kost und Logis sind frei. Sie packt kräftig mit an und Anna ist zufrieden mit ihr: „Sie wäre eine gute Bäuerin."

Zustande gekommen ist der Urlaub der besonderen Art über den Maschinenring Tirol. Die Organisation betreut das Projekt „Freiwillig am Bauernhof" seit 2004 und vermittelt landwirtschaftsfremde Personen an Bergbauernfamilien. Heuer kamen bereits 47 Freiwillige auf Bergbauernhöfe nach Tirol. Bis Ende September können sich Freiwillige noch spontan melden, das Kontaktformular ist auf der Hompage des Maschinenring Tirol (http://www.maschinenring.at/) zu finden. Bis jetzt haben am häufigsten Östösterreicher, Deutsche, Tschechen und Ungarn die Mistgabel geschwungen. Das Projekt gibt ihnen die Chance, einen Einblick in das Leben am Bauernhof zu bekommen und gleichzeitig Bergbauernfamilien zu entlasten. Ein doppelter Nutzen, auch für Anna Kirchmair und Katrin Aue. „Ich sehe meinen Aufenthalt hier als Kontrastprogramm zu Berlin. Ich kann abschalten, die Ruhe und die Natur hier in Tirol genießen, es ist wunderschön", schwärmt Katrin. Sie hat im fernen Berlin mit Landwirtschaft nichts zu tun, arbeitet freiberuflich in einem Restaurierungsbetrieb. Katrin ist nicht die erste Freiwillige, die auf Annas Hof arbeitet, „ein Rentner, ein Magister, ganz unterschiedliche waren schon da", aber zu Katrin hat die Bäuerin einen ganz besonderen Draht. Sie genießt es, dass sie neben ihrem Mann Alfred und dem Knecht auch einmal weibliche Verstärkung für gemütliche „Ratscher"  auf dem Hof und der Alm hat. „Mit Katrin habe ich mich auf Anhieb gut verstanden."

Für Tirol hat sich die „Großstadtpflanze" Katrin ganz bewusst entschieden: „Berge, Almen, Natur, da habe ich an Tirol gedacht." Jetzt genießt sie jeden Morgen die atemberaubende Aussicht ins Zillertal und freut sich über das anhaltende Kaiserwetter. Aber auch die Gemütlichkeit, das Beisammensein, das Familiäre machen ihren Aufenthalt bei den Kirchmairs zu etwas ganz Besonderem: „Ich würde gerne wiederkommen."


Nähere Informationen: Tirol Info, Tel. +43.512.7272-0, info@tirol.at, http://www.tirol.at/

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Textredaktion: Rosanna Battisti

Anna Kirchmair (l.) ist zufrieden mit ihrer freiwilligen Helferin Katrin Aue: "Sie wäre eine gute Bäurin"