Angesichts dieser schwierigen Gesamtlage, profiliert sich der kleinteilig strukturierte Ferientourismus, der Kunden in aller Welt findet, Arbeitsplätze vor Ort sichert und Wertschöpfung in unseren Tälern stiftet, hierzulande noch stärker als bisher als die zentrale Leitbranche. Denn gerade in Tirol zeigt das „starke Land“ – auf Basis erfreulicher Nachfrage- und Nächtigungsstatistiken – seine touristischen Muskeln. Den negativen Meldungen zum Trotz, beschäftigt sich die vorliegende SAISON mit den positiven Aspekten der angespannten Gesamtsituation und den Perspektiven der alpinen Freizeitwirtschaft. Aktuelle Erhebungen – etwas die F.U.R-Studie, die die Urlaubstrends der Deutschen analysiert – scheinen der allgemein recht optimistischen Branchenstimmung recht zu geben. Näher, günstiger und kürzer – diese Prämissen dominieren zwar laut Untersuchungen derzeit fast alle Urlaubsentscheidungen. Doch die Urlaubslust ist nach den F.U.R-Befragungen in unserem wichtigsten Herkunftsmarkt kaum gebremst - die Zahl der geplanten Reisen sollte demnach laut Expertenmeinung konstant bleiben. Und so manche Studie geht gar von der Annahme aus, dass Destinationen wie Tirol, aufgrund der guten Erreichbarkeit, des qualitätsvollen Angebots, eines sehr ausgewogenen Preis-Leistungsverhältnisses und des großen Stammgästeanteils sogar von den aktuellen Rahmenbedingungen profitieren können. Tatsächlich ist eine fundierte Einschätzung der Entwicklungen derzeit nur eingeschränkt möglich - das Puzzle unterschiedlichster Informationen, Daten und Fakten wird erst in den nächsten Monaten ein Gesamtbild ergeben, das die tatsächlichen Auswirkungen für den alpinen Tourismussektor offenbart.
Klar ist, dass wir jetzt gemeinsam auch die Chancen der Krise erkennen müssen, um uns kraft- und mutvoll weiterzuentwickeln. Dass der Wettbewerb härter wird und die Professionalität in allen Bereichen steigt ist längst bekannt. Deshalb ist es umso wichtiger, notwendige Schritte fundiert, flott und jedenfalls konsequent zu vollziehen. Im alpinen Sommertourismus sind attraktive Inszenierungen am Berg bereits in den vergangenen Jahren gelungen. Nun geht es darum diese Angebote mit noch größerer Attraktivität und vor allem Flexibilität auf den Märkten zu platzieren – dazu wird auch die Präsenz im Online-Verkauf verstärkt werden müssen, denn das Internet ist als Informations- und Buchungskanal längst bei vielen unserer Gäste dominierend. Krisenzeiten sind immer auch bewegte Zeiten, die neue Allianzen möglich machen. Ganz in diesem Sinne muss die Tourismuswirtschaft auch im Winter neue Akzente setzen, um bestehende Potentiale und Märkte nicht zu verlieren bzw. besser ausschöpfen zu können. Nicht zuletzt deshalb haben wir unlängst im TirolBerg bei der Ski WM in Val d’ Isére zusammen mit FIS-Präsident Gian-Franco Kaspar und Skilegenden wie Markus Wasmeier die internationale Bühne vor rund 80 Medienvertretern genützt, um neuen Initiativen für Kinder, Jugendliche und Familien anzuregen. Tirol hat gerade in diesem Bereich eine Vorreiterrolle, die wir – wie LH Günther Platter beim WM-Empfang Tirols ebenfalls betonte – weiter ausbauen sollten. In Zeiten der Wirtschaftskrise gibt es keinen Raum, um den Kopf hängen zu lassen. Ganz im Gegenteil gilt es, sich noch intensiver mit unseren Märkten – und somit unseren Marktchancen zu beschäftigen. Schätzungen gehen davon aus, dass es rund 72 Mio. Skifahrer und Snowboarder gibt. Als wichtigster Markt weltweit gilt Deutschland, rund 8 Mio. Menschen interessieren sich nach wie vor für Winterurlaub, mehr als 2/3 der Deutschen fahren dafür ins Ausland. Weitere zentrale Wintermärkte sind Großbritannien, die Beneluxländer und die zentral- und Osteuropäischen Staaten. In all diesen Regionen hat Tirol mit seinen Top-Destinationen einen klangvollen, imageträchtigen Namen als führende Wintersportregion der Alpen. Jetzt gilt es die Kräfte zu bündeln, um mit unseren besten Angeboten und neuen Initiativen – u.a. flexibleren Urlaubspackages, günstigen Familien- und Wochenendpauschalen, sowie kurzfristigen Last Minute Angeboten ohne Preisdumping – unsere Potentiale voll auszuschöpfen. Die aktuelle Ausgabe der SAISON bietet in dieser Hinsicht viele Anregungen.
Josef Margreiter
Direktor Tirol Werbung