„Sport ist Teil unserer Lebenskultur“


Tirol positioniert sich als Sportland Nummer eins der Alpen und pflegt dieses Image unter anderem mit großen Veranstaltungen. Tirol Werbung-Geschäftsführer Josef Margreiter spricht im Interview über den touristischen Nutzen von Weltmeisterschaften und die Bedeutung branchenübergreifenden Wirtschaftens.

Warum spielt Sport eine so große Rolle für das Image Tirols?

Wir positionieren uns seit Jahren mit gutem Grund als Sportland Nummer eins der Alpen und nutzen unsere Sportlichkeit als Differenzierungsmerkmal gegenüber unseren Mitbewerbern. Das zeigt Wirkung: Wir haben im Vorjahr eine international angelegte Image- und Bekanntheitsstudie durchführen lassen. Darin wird Tirol ganz klar als Sportland bezeichnet und hebt sich damit von anderen Destinationen ab.

Worauf basiert dieses Image?

Die kraftvolle Tiroler Bergwelt ist prädestiniert für vielfältige sportliche Aktivitäten – sowohl im Sommer als auch im Winter. Da liegt ein sportliches Image natürlich nahe. Zudem prägt eine Geschichte mit dreimal Olympischem Feuer und vielen legendären Ereignissen sowie Siegertypen das Bild unseres Landes nach außen ebenso wie die Bevölkerung. Und für die Tirolerinnen und Tiroler – gleichwohl für ihre Gäste – haben der Sport und die aktive Erholung einen hohen Stellenwert. Sport ist Teil unserer Lebenskultur.

Welche Strategie verfolgt die Tirol Werbung beim Thema Sport?

Unsere Strategie zielt darauf ab, medienwirksame Teams und Spitzensportveranstaltungen in unserem Land zur Profilierung zu nutzen. Dazu zählen unter anderem Weltcupveranstaltungen und Weltmeisterschaften, wobei allein zwischen 2016 und 2019 bemerkenswerte sechs unterschiedliche WM-Titelkämpfe in Tirol stattfinden.

Wo sehen Sie den konkreten Nutzen großer Sportevents für das Image?

Große Sportveranstaltungen besitzen hohe Strahlkraft und tragen aufgrund der damit einhergehenden Medialisierung unser sportliches Image in die Welt hinaus. Alleine bei der Rad-WM 2018 rechnen wir mit TV-Übertragungen in 150 Länder weltweit, die 200 Millionen Seher erreichen. Das stärkt wiederum die Bekanntheit und Beliebtheit der Marke Tirol und festigt unsere Position als Sportland.

Inwieweit können sportliche Großereignisse wie die Rad-WM für die Entwicklung touristischer Angebote genützt werden?

Großereignisse sind meist eine Initialzündung, das bestehende Angebot zu optimieren bzw. Neues auf den Weg zu bringen. Gerade rund ums Thema Rad orte ich in unserem Land großes Potenzial für eine Innovationsoffensive entlang der bereits vorhandenen Infrastruktur und bei Spitzendienstleistern wie Bikehotels, Bikeevents und Co. Im Bereich Mountainbike haben wir vor allem bei den Singletrails und Bikeparks Aufholbedarf. Aber auch die Qualitätsverbesserung der Tourenradwege wie dem Innradweg ist immens wichtig, weil dafür große Nachfrage vorhanden ist. Zusätzlich gilt es die Chancen, die sich durch den E-Bike-Boom ergeben, noch viel stärker zu nutzen.

Und über den Tourismus hinaus?

Die sportliche Facette der Marke Tirol spielt in der gesamten Standortstrategie unseres Landes eine wesentliche Rolle. Ein gutes Beispiel ist die Wirtschaftsdelegation, die unser Landeshauptmann Günther Platter im Vorjahr anlässlich der Vergabe der Olympischen Winterspiele 2022 nach Peking geführt hat. Tirol wird im Wintersport international höchste Qualität und Wettbewerbsfähigkeit attestiert. Von diesem guten Ruf, den der heimische Tourismus maßgeblich geprägt hat, profitieren die unterschiedlichsten Wirtschaftssektoren. So zieht die China-Reise sicherlich konkrete Folgegeschäfte und Aufträge auch in anderen Branchen nach sich. In diesem Sinn war die Delegation nicht nur werblich wirksam, sondern hat bei den Beteiligten das Bewusstsein geschärft, dass ein noch intensiveres, branchenübergreifendes Zusammenwirken erfolgsträchtig für die Wirtschaftskraft und Profilierung des Standortes ist.